2009 April
Umsetzungsnah am Kunden

Archive for April, 2009

16
Apr

Es wäre schön, wenn diese Überschrift stimmen würde. Natürlich weiß ich nicht, ob die schon fast verdrängte Meldung über die Produktionseinbrüche des verarbeitenden Gewerbes  im Februar tatsächlich schon Geschichte ist. Ich zitiere kurz zur Erinnerung aus dem Handelsblatt:

“Die Talfahrt der deutschen Industrie hat sich im Februar noch verschlimmert. Die Umsätze im verarbeitenden Gewerbe sackten im Vergleich zum Vorjahr arbeitstäglich bereinigt um 23,3 Prozent ab, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Dies sei der stärkste Einbruch gegenüber einem Vorjahresmonat seit Beginn der Berechnungen im Jahr 1991. Damit beschleunigte sich das Tempo des Einbruchs noch: Im Januar waren die Umsätze um - revidierte - 19,9 Prozent weggebrochen.

Im Februar gab vor allem der Auslandsumsatz nach: Er brach um 27,5 Prozent ein. Im Inland erlösten die Unternehmen 19,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Am stärksten spürten wie im Januar die Autohersteller und ihre Zulieferer die Wirtschaftskrise: Ihr realer Umsatz sank im Februar im Vergleich zum Vorjahr um 39,6 Prozent. Bei Metallerzeugern und -bearbeitern gab es ein Minus von 29,9 Prozent, der Maschinenbau verlor 22,3 Prozent. Chemiehersteller setzten 25,8 Prozent weniger um als im Februar 2008.”

Diese Daten hätten tatsächlich kaum schlimmer ausfallen können. Überrascht haben sie allerdings nur diejenigen, die die vergangenen Monate ohne Zugang zu Kommunikationsmitteln verbracht haben. Die Einbrüche bei Exporten, Produktion etc. in den Monaten Januar und Februar sind schon deswegen keine Sensation, weil in  diesen Monaten viele Bestellungen aus dem 4. Quartal 2008 produziert und ausgeliefert wurden. Bekanntlich war das Q4 2008 der Zeitraum, in dem die Unsicherheit über die Zukunft der Finanzmärkte und der Weltwirtschaft ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht hatte. In der Folge hatten viele Unternehmen ihre Planungen revidiert,  Bestellungen storniert und Investitionen auf Eis gelegt. continue

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5
Apr

In diesen Wochen grummelt es ganz gewaltig in den Bäuchen mittelständischer Unternehmen. Sehr wohl wird hier registriert, wie sehr sich Politiker und anderen Berufene für den zentralen Wirtschaftszweig in Deutschland öffentlich einsetzen, nämlich gar nicht. Schaut man auf die Schlagzeilen der Wirtschaftspresse, dann gibt sich die Politik sehr viel “Mühe”, einen Nachfolger für Herrn Mehdorn zu finden, die Weltwirtschaft zu retten und vor allem die Autoindustrie zu beglücken. Und hier ist insbesondere Opel zum Lieblingsspielzeug des politökonomischen Wettkampfs geworden.

Möglicherweise wäre das sogar vielen Unternehmen egal, wenn sie nicht gerade selbst kämpfen müssten. Überhaupt nicht egal ist ihnen aber, weil die geförderten Automobilbauer 1. das Auftragsvolumen deutlich zurück gefahren haben oder 2. die Daumenschrauben über das unter Kaufleuten vertretbare Maß hinaus anziehen.

Zu 1. herrscht aktuell der Eindruck bei mittelständischen Zulieferern (wobei diese Aussagen keineswegs repräsentativ sind), die Autobauer nutzen die öffentlichen Fördermittel vor allem, um ihre Läger zu räumen. Die Autoteilezulieferer verzeichnen stärkere Rückgänge bei ihren Bestellungen als dies dem Rückgang  der Absatzzahlen neuer PKWs entspräche, hört man. Daneben seien die Bestellung für Investitionsaufträge zurückgegangen sein. Letzteres könnte dafür sprechen, dass die Autoindustrie zwar den Segen der Umweltprämie mitnimmt, aber nicht in die Zukunft investiert, wie dies eigentlich bei aufgrund der strukturellen Schwäche erforderlich wäre. continue

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3
Apr

Ein nachdenklich machendes Interview mit dem Professor für strategisches Management an der Universität St. Gallen, Christoph Lechner, ist in der aktuellen Ausgabe des Harvard Business Manager zu lesen (jetzt auch online). Lechner hat lange darüber nachgedacht, welche Erkenntnisse seiner Disziplin durch die aktuelle Krise ungültig geworden sind. Es sieht allerdings wenig, was im Widerspruch zu den bisher veröffentlichten Erkenntnissen steht. Im Klartext bedeutet dies, viele Manager haben die Erkenntnisse der Managementliteratur ignoriert.

Er erwähnt als Beispiel den Herdentrieb von Managern. “Durch Nachahmung breiten sich ähnliche strategische Entscheidungen von Unternehmen zu Unternehmen aus, die, mit Abstand betrachtet, wenig rational sind.” Konkret denkt Lechner dabei an das Subprime-Geschäft in den USA, als an die berüchtigten Hypothekengeschäfte mit Kreditnehmern schlechter Bonität.

Defizite in der Managementausbildung selbst sieht er nicht. “Es wird also meist nichts Falsches gelehrt, sondern zu wenig vom Richtigen”. Immerhin will er aber die Ausbildung über Fallstudien hinaus auch auf kausale Zusammenhänge erweitert wissen. Dies ist nach meiner Auffassung einer der größten Kritikpunkte an vielen Businessschools aber auch an vielen Artikeln sogenannter “Managementgurus”. Sie schließen häufig von wenigen beobachteten Praxisbeispielen auf Allgemeingültigkeit bestimmter erfolgreicher Strategien und Verhaltensweisen und erklären sie dann für allgemeingültig. continue

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2
Apr

In diese Zeiten ist es insbesondere für mittelständische Unternehmen nicht immer leicht, stets den richtigen Kurs zu finden. Während Großunternehmen idR. über einen großen Stab gut ausgebildeter Fachleute verfügen und über entsprechende Netzwerke Kontakte bis in Politik für sich zu nutzen wissen (siehe Autoindustrie), ist es für den Mittelstand selbst schwer, sich publizistisches Gehör zu verschaffen. Dabei geht es mittelständischen Unternehmern und Managern ohnehin weniger um Lobbyarbeit, als um Informationen und Erfahrungsaustausch in diesen Zeiten.

Um diesen Austausch zu fördern, bieten regionale Wirtschaftsförderungsgesellschaften und Kammern Informationsveranstaltungen an. Nun konnte ich selbst eine solche Veranstaltung in Gütersloh besuchen. „Licht im Dunkeln”!” taufte die regionale Wirtschaftsförderungsgesellschaft “Pro Wirtschaft GT” diesen informativen Nachmittag.

Keine Frage, die Veranstaltung war inhaltlich interessant. Natürlich gehen die Referenten nicht auf Einzelunternehmen ein. Aber das Einzelunternehmen erhält Anhaltspunkte, wo es ansetzen kann. Auffällig war , wie wenig Fragen gestellt wurden. Es schien fast, als hätten die Teilnehmer eine gewisse Scheu, sich als krisengebeutelt zu outen, wenn sie Fragen stellen. Das ist schade, weil so Chancen zum Austausch vertan werden. Und so manches Problem in diesen Wochen lässt sich besser ertragen und bearbeiten, wenn man weiß, dass man nicht allein ist.

Die Präsentation der Vorträge, sind über das Netz abrufbar. Hier habe ich Links auf die Beiträge zusammengestellt, die auch überregional von Interessen sein könnten. continue

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