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Wirtschaftslage

14
Mai

Ein Artikel, der vorgestern im Handelsblatt zu lesen war, beweist, es ist doch richtig, dass sich die Politik nicht um den Mittelstand kümmert, sondern um die Autowerke. Zuletzt hatte ich vor einer Woche beklagt, dass die Regierung das KfW-Kreditprogramm immer noch nicht zum Laufen gebracht hat und stattdessen Minister für Opel die Investmentbanker spielen. Ich habe mich wohl geirrt. Da macht es auch gar nichts, dass der Bürgschaftmotor für den Mittelstand stottert und für Großunternehmen, wie gerade für Arcandor, mit Nachbrenner heiß läuft.

Wie erfahren also aus dem Handelsblatt: “In den knapp 4,5 Millionen mittelständischen Unternehmen in Deutschland sinken Umsatz und Beschäftigtenzahl nur unterdurchschnittlich. Das ergibt sich aus dem Jahresmittelstandsbericht 2009, der dem Handelsblatt bereits in Auszügen vorliegt. Demnach trifft die Rezession kleinere und mittlere Firmen weitaus weniger hart als die übrige Wirtschaft.” Der Mittelstand beurteilt seine Aussichten auffallend zuversichtlich. “Dahinter steht, dass kleine und mittlere Firmen überproportional in den weniger exportabhängigen Branchen vertreten sind. Das gilt etwa für das Handwerk, das Gastgewerbe und den Einzelhandel: Sie können sich auf die trotz Krise bisher noch recht solide Konsumentwicklung stützen, “ ist weiter zu lesen.  In der Wirtschaftswoche wird ergänzt: “Die etwa 4,5 Millionen mittelständischen Unternehmen in Deutschland erwarten für dieses Jahr im Schnitt einen Umsatzrückgang von nur rund zwei Prozent.”

Der Mittelstand zeigt den Großunternehmen also, wie man mit durch die Krise steuert. Allerdings überdeckt der Mittelstandsbericht (zumindest die Meldungen darüber) die große Streuung, die es in der Performance im Mittelstand gibt. Nur weil es dem Durchschnitt besser geht als den Großunternehmen, heißt das nicht, es gehe allen Unternehmen gut. Das Elend in vielen mittelständischen Unternehmen ist nämlich weiterhin so groß, dass wir uns erschrecken würden, wenn wir die Berichte täglich lesen würden.

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21
Apr

Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) veröffentliche heute folgende Meldung (unten Links mit weiteren Details):

Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland haben sich im April ein weiteres Mal verbessert. Sie sind um 16,5 Punkte gestiegen und liegen nun bei 13,0 Punkten nach minus 3,5 Punkten im Vormonat. Mit diesem Wert liegen sie erstmals seit Juli 2007 wieder im positiven Bereich, jedoch weiterhin unter ihrem historischen Mittelwert von 26,1 Punkten.

Die ZEW-Konjunkturerwartungen (hier die Details) profitieren von den staatlichen Konjunkturpaketen, die zunehmend ihre Wirkung entfalten. Zudem stützen geringe Inflationsraten den Konsum. Auch die konjunkturellen Aussichten für die USA haben sich den Finanzmarktexperten zufolge aufgehellt. Vorsichtige positive Impulse kommen außerdem aus anderen Ländern wie zum Beispiel China.

"Die ZEW-Konjunkturerwartungen zeigen zusammen mit einer Reihe anderer Indikatoren, dass es eine begründete Aussicht auf eine Bodenbildung gibt, so dass die Abwärtsdynamik der Wirtschaftsaktivität zum Stillstand kommen wird. Sogar eine zaghafte Belebung in der zweiten Hälfte des Jahres wird wahrscheinlicher," kommentiert ZEW-Präsident Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang Franz.

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16
Apr

Es wäre schön, wenn diese Überschrift stimmen würde. Natürlich weiß ich nicht, ob die schon fast verdrängte Meldung über die Produktionseinbrüche des verarbeitenden Gewerbes  im Februar tatsächlich schon Geschichte ist. Ich zitiere kurz zur Erinnerung aus dem Handelsblatt:

“Die Talfahrt der deutschen Industrie hat sich im Februar noch verschlimmert. Die Umsätze im verarbeitenden Gewerbe sackten im Vergleich zum Vorjahr arbeitstäglich bereinigt um 23,3 Prozent ab, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Dies sei der stärkste Einbruch gegenüber einem Vorjahresmonat seit Beginn der Berechnungen im Jahr 1991. Damit beschleunigte sich das Tempo des Einbruchs noch: Im Januar waren die Umsätze um - revidierte - 19,9 Prozent weggebrochen.

Im Februar gab vor allem der Auslandsumsatz nach: Er brach um 27,5 Prozent ein. Im Inland erlösten die Unternehmen 19,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Am stärksten spürten wie im Januar die Autohersteller und ihre Zulieferer die Wirtschaftskrise: Ihr realer Umsatz sank im Februar im Vergleich zum Vorjahr um 39,6 Prozent. Bei Metallerzeugern und -bearbeitern gab es ein Minus von 29,9 Prozent, der Maschinenbau verlor 22,3 Prozent. Chemiehersteller setzten 25,8 Prozent weniger um als im Februar 2008.”

Diese Daten hätten tatsächlich kaum schlimmer ausfallen können. Überrascht haben sie allerdings nur diejenigen, die die vergangenen Monate ohne Zugang zu Kommunikationsmitteln verbracht haben. Die Einbrüche bei Exporten, Produktion etc. in den Monaten Januar und Februar sind schon deswegen keine Sensation, weil in  diesen Monaten viele Bestellungen aus dem 4. Quartal 2008 produziert und ausgeliefert wurden. Bekanntlich war das Q4 2008 der Zeitraum, in dem die Unsicherheit über die Zukunft der Finanzmärkte und der Weltwirtschaft ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht hatte. In der Folge hatten viele Unternehmen ihre Planungen revidiert,  Bestellungen storniert und Investitionen auf Eis gelegt. continue

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5
Apr

In diesen Wochen grummelt es ganz gewaltig in den Bäuchen mittelständischer Unternehmen. Sehr wohl wird hier registriert, wie sehr sich Politiker und anderen Berufene für den zentralen Wirtschaftszweig in Deutschland öffentlich einsetzen, nämlich gar nicht. Schaut man auf die Schlagzeilen der Wirtschaftspresse, dann gibt sich die Politik sehr viel “Mühe”, einen Nachfolger für Herrn Mehdorn zu finden, die Weltwirtschaft zu retten und vor allem die Autoindustrie zu beglücken. Und hier ist insbesondere Opel zum Lieblingsspielzeug des politökonomischen Wettkampfs geworden.

Möglicherweise wäre das sogar vielen Unternehmen egal, wenn sie nicht gerade selbst kämpfen müssten. Überhaupt nicht egal ist ihnen aber, weil die geförderten Automobilbauer 1. das Auftragsvolumen deutlich zurück gefahren haben oder 2. die Daumenschrauben über das unter Kaufleuten vertretbare Maß hinaus anziehen.

Zu 1. herrscht aktuell der Eindruck bei mittelständischen Zulieferern (wobei diese Aussagen keineswegs repräsentativ sind), die Autobauer nutzen die öffentlichen Fördermittel vor allem, um ihre Läger zu räumen. Die Autoteilezulieferer verzeichnen stärkere Rückgänge bei ihren Bestellungen als dies dem Rückgang  der Absatzzahlen neuer PKWs entspräche, hört man. Daneben seien die Bestellung für Investitionsaufträge zurückgegangen sein. Letzteres könnte dafür sprechen, dass die Autoindustrie zwar den Segen der Umweltprämie mitnimmt, aber nicht in die Zukunft investiert, wie dies eigentlich bei aufgrund der strukturellen Schwäche erforderlich wäre. continue

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30
Mrz

Ein wesentliches Argument für die Umweltprämie (vulgo Abwrackprämie) ist, dass mit der dadurch erfolgten Stützung der Automobilindustrie auch der Zuliefererindustrie geholfen werden soll. Nur einen Tag nach dem Beschluss über die Verlängerung des “Geschenks” für die Autoindustrie liest man aber von weiteren Problemen der Zulieferindustrie und von Stellenabbau.

“Salzgitter verschiebt Investitionen” ist im Handelsblatt zu lesen. Als Grund werden vor allem zurückgehende Bestellungen der Auto- und Maschinenbauer angegeben. Peugeot sorgt sich um seine Zulieferer und das obwohl Peugeot inzwischen mehr Autos in Deutschland verkauft als in Frankreich. Und beim Automobilzulieferers Continental wird weiter am Abbau von Arbeitsplätzen festgehalten.

Ich denke, dass sich die Politiker, die nun fleißig auf die Verlängerung des populären Instruments setzen, sich dies anders vorstellen, zumindest sollten sie sich das anders vorstellen. Denn aktuell scheint die Prämie nur einen Effekt zu haben, nämlich den vorgezogenen Kauf bestimmter PKW-Klassen zu fördern. Beschäftigungseffekte in der Zuliefer- und Autoinvestitionsindustrie bleiben offensichtlich aus. Und unter den Zulieferern haben schon jetzt viele Insolvenz angemeldet (siehe diese Karte), was eigentlich erstaunlich ist angesichts der massiven Hilfen für die Fahrzeughersteller. continue

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26
Mrz

In diesen Zeiten traut man sich ja kaum eine solche Überschrift zu wählen. Dennoch muss diese erlaubt sein, wenn selbst der “dunkle Prophet” Nouriel Roubini Licht am Ende des Tunnels sieht:  “there is possibly light at the end of the tunnel,” soll er laut des FT-Blogs Alphaville auf einer Veranstaltung hinter verschlossenen Türen in Mailand gesagt haben.

Und hier die positiven Nachrichten

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